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22. Holler Runde - 6. März 2019

Altenpflege -
Ausgang ungewiss


Fakten und Forderungen zur Pflegesituation - Schwerpunkt Gerontopsychiatrie

 


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter bei der Begleitung von Menschen mit Demenz,

am 06. März 2019 treffen sich 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur 22. Holler Runde in Hildesheim. Sie steht unter dem Titel Altenpflege - Ausgang ungewiss: Fakten und Forderungen zur Pflegesituation; Schwerpunkt Gerontopsychiatrie. Wir wollen konstruktiv kritisch hinterfragen, wie die Altenhilfe fachlich und personell mit Blick auf die gerontopsychiatrische Herausforderung aufgestellt ist.

In Anbetracht der Misere der Altenhilfe wird es sehr darauf ankommen, dass neben der Umsetzung von guten Versorgungskonzepten eine erfolgreiche Personalarbeit in der Langzeitpflege gelingt. Dies setzt aber voraus, dass sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für die Pflegenden angemessene Rahmenbedingungen realisiert werden, die eine gute Versorgungsqualität nach dem Stand des Wissens gewährleisten.

Mit den Pflegestärkungsgesetzen wollte der Gesetzgeber die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz verbessern. Dies ist aber nur zum Teil gelungen. Für den vollstationären Bereich ist festzustellen: Es hat bis heute keine klare Verbesserung der Personalausstattung gegeben. Erschwerend hinzu tritt im Heimbereich eine nicht unwesentliche Gruppe von gerontopsychiatrisch erkrankten Bewohnern mit ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten, die eine enorme Herausforderung darstellt. Auch wenn die Häufigkeit und Dauer der Verhaltenssymptome variieren, wird inzwischen davon ausgegangen, dass fast jeder Betroffene im Laufe seiner Demenzerkrankung diese herausfordernden Verhaltensweisen zeigt.

Während sehr lange Formen der Gewalt durch Pflegende thematisiert wurden, rückt nun die Gewalt von gerontopsychiatrisch erkrankten Heimbewohnern gegen die Pflegenden immer stärker in den Fokus. Mittlerweile ist jede dritte Pflegekraft täglich mit verbal aggressivem Verhalten konfrontiert. Mehr als jede fünfte Pflegefachkraft muss täglich bis mehrmals in der Woche mit enthemmtem Verhalten umgehen. Dass sie täglich geschlagen, gekratzt oder getreten werden, benennen 15% der Pflegenden in einer Studie aus dem Jahr 2016. Wie offenkundig belastend inzwischen die Arbeit in der Pflege erlebt wird, verdeutlicht auch der überdurchschnittlich hohe Krankenstand bei Menschen, die in der stationären und ambulanten Pflege tätig sind. Nach Muskel- und Skeletterkrankungen stehen psychische Erkrankungen auf Rang 2 der Fehltagestatistik.

Grund genug bei der 22. Holler Runde zu fragen, was wir tun können, um die Rahmenbedingungen insbesondere in der vollstationären Pflege bei der Versorgung von gerontopsychiatrisch erkrankten Heimbewohnern zu verbessern.

Auf Basis der Ergebnisse der Studie "Bedarfskonstellation bei gerontopsychiatrisch erkrankten Heimbewohnern mit ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten" wollen wir Handlungsempfehlungen für spezialisierte Versorgungsangebote vorstellen. Im Mittelpunkt steht dabei ein gerontopsychiatrischer Zuschlag als zusätzliche Leistung der Pflegeversicherung für stark verhaltensauffällige Bewohner.

Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen gehört aber auch, das psychische Belastungserleben der Pflegenden im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren. Welche Konzepte es hierfür gibt, beleuchten wir in drei Vorträgen aus unterschiedlichen Perspektiven. Alle Beiträge vermitteln dabei konkrete Umsetzungsempfehlungen für die eigene Praxis.

Damit Pflege und Betreuung gelingen können, bedarf es neben nicht medikamentösen Versorgungsansätzen aber auch einer guten fachärztlichen Begleitung. Nur sie kann eine qualifizierte medikamentöse Therapie gewährleisten. Wir wollen kritisch prüfen, welche medikamentösen Ansätze bei herausforderndem Verhalten indiziert sind, aber auch welche Risiken sie mit sich bringen. Unstrittig ist, dass die Pflegenden für diese komplexen Pflegesituationen gut geschult sein müssen. Neben den Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz ist hier auf den Expertenstandard Demenz zu verweisen. Wir hinterfragen, was dieser neue Standard zu einer gelingenden Praxis beitragen kann.

Fachlich zeichnet sich immer deutlicher ab, dass bei rund 10 - 20 % der vollstationär versorgten Menschen mit Demenz erhebliche Verhaltensauffälligkeiten bestehen. Wenn es gelänge, für diesen Personenkreis in allen Bundesländern initialisierte Versorgungsangebote zu realisieren, dürfte dies zu einer deutlichen Entlastung der Pflegenden beitragen. Wie das Bundesministerium für Gesundheit die Versorgung von gerontopsychiatrisch erkrankten Bewohnern mit Verhaltensauffälligkeiten einschätzt und ob ein Gerontopsychiatriezuschlag durch die Pflegeversicherung eine Option ist, wird im Rahmen der Tagung vorgestellt, diskutiert und bewertet. Abgerundet wird der Fachtag durch den ehemaligen Bundesminister Norbert Blüm, der zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Pflege älterer Menschen sprechen wird.

Es ist Zeit zum Handeln - wirken Sie hieran mit bei der 22. Holler Runde!

Bitte berücksichtigen Sie für den Zeitpunkt Ihrer Anmeldung, dass die Holler Runde stets dem kollegialen fachlichen Austausch sowie Diskussionen Raum geben möchte. Diese Tagungsphilosophie beschränkt unsere Gästeliste auf maximal 300 Personen. Mit Ihrer frühzeitigen Anmeldung - am besten noch vor Weihnachten - können Sie sich Ihre Teilnahme sichern: im Internet unter www.hollerrunde.de oder per Fax mit den Ihnen bekannten Anmeldebögen.

Nun wünsche ich Ihnen eine gute Advents- und Weihnachtszeit und freue mich auf Ihr Kommen zu unserer 22. Fachtagung.

Mit kollegialen Grüßen
Peter Dürrmann

Programm - Handouts


9.30 h
Eröffnung der 22. Holler Runde
Peter Dürrmann, Holle


09.45 - 10.30 h
Der neue Expertenstandard Demenz
Was erwartet die Praxis - was hilft er der Praxis?
Christian Müller-Hergl, Witten


10.30 - 11.15 h
Gerontopsychiatrischer Zuschlag der Pflegeversicherung
Ergebnisse der Studie "Bedarfskonstellationen bei gerontopsychiatrisch erkrankten Heimbewohnern mit ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten
Peter Dürrmann, Holle


11.15 - 11.40 h
Café


11.40 - 13.00 h
Übergriffe haben ein Davor und Danach
Betroffene und das Team langfristig gesund erhalten
Hanka Jarisch, Dresden

Belastungen und Beanspruchungen in der Pflege
Interventionen und Ergebnisse aus dem Modellprojekt DemOS
Christina Kuhn, Stuttgart


13.00 - 14.00 h
Mittag


14.00 - 14.40 h
Gesundheitsmanagement für Pflegende
Erfolge mit externer Mitarbeiterberatung
Dr. Barbara Ruß-Thiel, Nehmten


14.40 - 15.20 h
Behandlungsansätze bei gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten
Bewohnerperspektive und Versorgungserfordernisse
Dr. Bernd Ibach, Littenheid (S)


15.20 - 15.40 h
Peter Allerchen, AOK Hessen, Warum BSD?
Fragen und Anmerkungen Peter Dürrmann


15.40 - 16.00 h
Café


16.00 - 16.45 h
Die Zukunft der Altenhilfe - eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Dr. Jonas Hagedorn


16.45 - 16.50 h
Zusammenfassung, Ausblick und Verabschiedung

Referenten


Dr. Norbert Blüm
1982 bis 1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte. Seit 2010 Hemmerle-Professur am Lehrstuhl für Systematische Theologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
Peter Dürrmann
Dipl. Sozialpädagoge/-arbeiter, Geschäftsführer der Seniorenzentrum Holle GmbH, Bundesvorsitzender des DVLAB e.V., Sprecher des Bündnis für Altenpflege, Holle
Christian Müller Hergl
Diplom-Theol., BPhil, wiss. Mitarbeiter der Universität Witten/Herdecke: Dialog-und Transferzentrum Demenz, DCM Strategic Lead und Dialogzentrum Demenz, Witten
Dr. Bernd Ibach
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Zusatztitel Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie, Chefarzt im Zentrum für Alterspsychiatrie und Privé, Clienia Littenheid AG,
Littenheid (S)
Hanka Jarisch
Diplom-Psychologin, Bezirksstellenleiterin, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege - BGW, Dresden
Christina Kuhn
M.A., Krankenschwester, Kulturwissenschaftlerin, Demenz Support Stuttgart gGmbH; Stuttgart
Dr. Barbara Ruß-Thiel
Ärztin, Geschäftsführerin der EAP-Assist, eine Marke der Ife Gesundheits-GmbH, bundesweiter Anbieter externer Mitarbeiterberatung (EAP), Nehmten
Dr. Martin Schölkopf
Verwaltungswissenschaftler, Leiter der Unterabteilung Pflegeversicherung im Bundesministerium für Gesundheit, Veröffentlichungen, Vorträge und Dozententätigkeit zur Sozial- und Gesundheitspolitik, Berlin

Anmeldung - FAQs


Zielgruppe: Die Tagung richtet sich an MitarbeiterInnen der unterschiedlichsten Berufsgruppen aus der Altenpflege, die mit Menschen mit Demenz arbeiten und sich konzeptionell sowie inhaltlich weiterentwickeln wollen.

Veranstaltungsort: Hildesheim, nähere Informationen bei Anmeldung

Kosten: Die Teilnahmegebühr beträgt 140,00 €. Bei mehreren TeilnehmerInnen einer Institution erfragen Sie bitte Sonderkonditionen. Die Teilnahmegebühr beinhaltet die Mittagsverpflegung, zwei Kaffeepausen sowie die Tagungsdokumentation.

Anmeldung: Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Die Teilnehmergebühr ist bei der Anmeldung per Verrechnungsscheck oder Überweisung auf das nachfolgend genannte Konto unter Angabe des Teilnehmernamens zu entrichten:

Alzheimerberatung e.V.
Bankverbindung: Volksbank Holle e.G.
IBAN DE14278937602052325400
BIC GENODEF1SES

Sie erhalten von uns nach Zahlungseingang eine Anmeldebestätigung sowie eine Wegbeschreibung zum Tagungsort.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir empfehlen daher bei Interesse eine rechtzeitige Anmeldung.

Stornierung: Eine Stornierung Ihrer Teilnahme muss spätestens bis 8 Tage vor Veranstaltungsbeginn in schriftlicher Form eingehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird eine Stornogebühr von 30% der Rechnungssumme erhoben. Erfolgt die Stornierung später als 8 Tage vor Veranstaltungsbeginn, wird die volle Teilnahmegebühr berechnet. Selbstverständlich kann ein Ersatzteilnehmer gestellt werden.

Hotelreservierung: Für TeilnehmerInnen der Fachtagung steht im Tagungshotel ein begrenztes Kontingent an Zimmern zur Verfügung. Bei Interesse fordern Sie mit der Anmeldung einen Hotelprospekt an. Bei Bedarf reservieren Sie Ihr Zimmer bitte rechtzeitig.


Online-Anmeldung:

Vorname:

Nachname:

Einrichtung:

Strasse, Nr.:

PLZ, Ort:

Telefon:

Fax:

E-Mail:

Datenschutz: Ich habe die Teilnahmebedingungen und Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und erkenne diese ausdrücklich an.

Wir verarbeiten Ihre Daten gemäß der EU-DSGVO (EU-Datenschutzgrundverordnung) Art. 6 Abs. 1 lit.f. Mit der Anmeldung willigen Sie ein, dass Ihre Daten für den Zweck der Anmeldung zur Fachtagung gespeichert und verarbeitet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass auf der Teilnehmerliste mein Name, Funktion, Dienststelle und Ort der Dienststelle genannt werden und dass diese Daten ausschließlich für tagungsbezogene Zwecke verwendet werden.

Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.

Verantwortlich im Sinne der DSGVO ist die Alzheimerberatung e.V. als Veranstalter. Sie können sich bei allen Fragen zum Datenschutz direkt an unseren Datenschutzbeauftragten wenden: Tel.: +49 551 90036523, E-Mail: alexander.eilert@cynfo.com

Ich akzeptiere diese Bedingungen!

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